Wie ich arbeite

Therapeutische Haltung 

Als Verhaltenstherapeutin stelle ich mir die grundlegende Frage, was Sie heute tun können, um Ihr Befinden positiv zu beeinflussen. Das bedeutet auch, dass wir uns zunächst mit der Entstehung Ihrer Symptomatik auseinandersetzen, wir also auch Ihre Biographie gemeinsam erarbeiten. 

Wichtig ist mir, mit Ihnen frühzeitig zu verstehen, warum die Symptome nicht verschwinden und auch zu hinterfragen, welche Aufgabe diese in Ihrem Leben haben. Dieser Ansatz scheint Ihnen vielleicht zunächst sehr provokativ, denn wer leidet schon gerne unter depressiven Symptomen, sozialen Ängsten oder anderen, belastenden Symptomen? Insbesondere auch bei chronischen Verläufen, die nicht selten mit einer Vielzahl von vorangegangenen Therapien verbunden sind, scheint es unausweichlich, sich diese Frage zu stellen. Schließlich haben Sie unter Umständen schon viel versucht, um Ihren Leidensdruck zu verringern und trotzdem hat es bislang nicht (ausreichend) für eine Verbesserung gesorgt. Ausgehend von der Suche nach Antworten auf diese Frage, möchte ich mit Ihnen herausarbeiten, dass wir trotz Verletzungen in der Vergangenheit meistens die Möglichkeit haben, im Hier und um Jetzt kleine Dinge zu verändern. Ohne den Glauben daran scheint die Verhaltenstherapie wenig hilfreich. 

Zu guter Letzt und dennoch sehr wichtig in meiner Arbeit mit Ihnen sind Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen. Fast alle unsere Probleme zeigen sich im Kontakt mit anderen Menschen, daher sollten wir uns Ihre Verbindungen mit anderen genauer anschauen. In der Konsequenz bedeutet dies auch, dass ich davon ausgehe und auch immer wieder erlebe, dass auch wir in unserer gemeinsamen Arbeitsbeziehung mit Stolpersteinen konfrontiert werden. Das ist ein natürlicher Prozess, der eine Chance darstellt, die wir unbedingt nutzen sollten. Eine stabile, vertrauensvolle, therapeutische Beziehung ist die Basis für eine wirksame, positive Veränderungen unterstützende Psychotherapie. 

Therapieverfahren 

 

Biographisch systemische Verhaltenstherapie (BSVT)
Als Verhaltenstherapeutin geht es mir mit Ihnen grundlegend darum, Sie dabei zu unterstützen, problematisches Erleben auf der Ebene von Verhalten, Gedanken und Gefühlen zu verändern. Wir schaffen zunächst ein Bewusstsein dafür, wann und in welchen Bereichen Sie Belastungen erleben. Ist uns erst einmal etwas klarer, worum es eigentlich geht, versuchen wir, Zusammenhänge zu Ihren früheren Erfahrungen herzustellen. Denn meistens begegnen uns Dinge, die schon sehr lange in uns verankert sind. Nur können wir das manchmal noch nicht alleine erkennen. 
 
Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP)
Dieses Therapieverfahren wurde in den USA von J. McCullough für Menschen entwickelt, die an einer chronischen depressiven Störung leiden. Im Schwerpunkt geht es um problematische, interaktionelle Verhaltensweisen, die sich durch schmerzhafte Erfahrungen mit prägenden Bezugspersonen entwickelt haben. Oftmals führen diese im Heute dazu, dass die Betroffenen das Gefühl haben, ihr eigenes Verhalten könne nichts bewirken ("Es ist egal was, was ich tue. Es ändert nichts"). In der CBASP Therapie werden die lange erlernten Verhaltensweisen so verändert, dass Sie sich wieder als selbstwirksam erleben können ("Ich kann mit meinem Verhalten etwas bewirken"). Wichtig ist bei diesem Therapiekonzept auch die Arbeit mit der therapeutischen Beziehung. Das, was zwischen Patient:in und Therapeut:in passiert, nimmt in CBASP eine große Rolle ein. Mehr zur CBASP Therapie finden Sie auf der Webseite des CBASP Netzwerkes.

Schematherapie
Die von J. Young entwickelte Schematherapie geht davon aus, dass unser Denken, Fühlen und Handeln von bestimmten Mustern geleitet wird. Leider sind diese aufgrund von ungünstigen Entstehungsbedingungen nicht immer hilfreich. Diese stehen meist in einem Zusammenhang mit unzureichend befriedigten Grundbedürfnissen wie etwa Bindung, Autonomie oder auch das Selbstwertgefühl. In der psychotherapeutischen Arbeit geht es nun darum, diese Muster bewusst zu machen und sie dann so zu verändern, dass sie das Verhalten des Betroffenen so beeinflussen, dass dieser seine Bedürfnisse befriedigen kann, ohne dabei sich selbst oder anderen zu schaden.